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- Meine Reise zum Ich

Dämonen in Mythologien

Reich der Dämonen

Dämonen in den Mythologien

Dämonen in Mythologien des Antiken Mittelmeerraumes

Griechisch-römische Antike

 

Die griechische Mythologie ging zunächst bei sämtlichen Naturphänomenen von Dämonen (übernatürliche Wesen) als Verursacher aus (z. B. Blätterrauschen im Wind, Zikadenzirpen usw.), später nur noch bei ungeklärten Vorgängen oder Prozessen (z. B. Gärung von Milch oder Alkohol, Verdunstung, Verwesung, Verwitterung, Alterung etc.). Im alten Orient galten Dämonen als Teil der Weltordnung, indem ihnen der Ursprung von Krankheit und auch Tod zugesprochen wurde. Der griechische Epenschreiber Hesiod (etwa 700 v. Chr.) beschreibt in seinem Hauptwerk Theogonie den Glauben an ganze Scharen und verschiedene Klassen von Dämonen als Zwischenwesen zwischen den Göttern und den Menschen. Sie umschweben den Menschen als quasi unsichtbare Wächter über Recht und Unrecht und spenden auch Reichtum. Außerdem wirken sie in der irdischen Sphäre als Natur- und Elementargeister, entweder als Wohltäter oder als Verderber. Eine größere Rolle spielt die Dämonologie auch in der neuplatonischen Philosophie (ab etwa 300 n. Chr.), welche den ganzen Polytheismus der Griechen in Gestalt des Glaubens an Dämonen, die als Untergötter der Natur und allen Lebensbeziehungen vorstehen und als „weltschöpferische Mittelwesen“ zwischen den hilfsbedürftigen Menschen und der Gottheit vermitteln sollten, in ihr System mit aufnahm.

 

Die Philosophen haben diesen Glauben mit vielen einzelnen Beziehungen auf das Natur- und das menschliche Seelenleben (auch mit Übertragung auf die geheimnisvolle Geisterwelt der Verstorbenen) immer weiter ausgebildet. Besonders in zwei Richtungen trat derselbe hervor:

 

Einmal waren die Dämonen als dienende Kräfte und begleitende Umgebung der einzelnen Kultusgötter gedacht (in welcher Anwendung sie häufig individuellere Gestalt und Namen annehmen).

 

Andererseits waren nach Ansicht der damaligen Dämonologie die Dämonen den einzelnen Menschen (oder auch Völkern) zugesellte Geisterwesen, welche dieselben von der Geburt an auf allen ihren Lebenswegen begleiten. Die Einwirkung dieser Dämonen äußerte sich einmal zum Schutz und Heil, aber auch zum Schaden der Menschen. Daher nahm man später auch zwei Dämonen für jeden Einzelnen an: einen guten und einen bösen. Der allgemeine Glaube war aber auch, dass von dem Dämon jedes Einzelnen Gutes oder Böses kommen würde, dass der Dämon des einen mächtig oder wohlwollend, der des andern schwach oder übelwollend sei.

 

Sokrates spricht in diesem Glauben von seinem Daimonion als von einem guten Geist, welcher ihn von den ersten Jahren seines Lebens an begleitet und stets von Unrechtem abgehalten habe. Angelehnt an diese Vorstellung beschreibt Johann Wolfgang von Goethe in dem Gedicht Der fünfte Mai den Dämon als Charakter des Einzelmenschen.

 

Etwas anders entwickelte sich der Dämonenglaube in der römischen Mythologie, in der griechische Ideen sowie orientalische Vorstellungen (durch Vermittlung über die etruskische Mythologie) aufgenommen und weitergebildet wurden. Hier erscheinen die Dämonen als so genannte Genien. Diese Vorstellungen wurden dann vom frühchristlichen Dämonenglauben übernommen.

Ägyptische Mythologie

 

Dämon mit dem Kopf eines Widders. Die Hände sind wahrscheinlich ausgestreckt um eine Schlange zu halten. Aus dem königlichen Grab aus dem Tal der Könige in Thebes Ägypten. Ende der 18. Dynastie um 1325 v. Chr.

Die ägyptische Mythologie postulierte eine ungeheure Zahl Dämonen auf der Erde, in der Luft, in der Unterwelt und im Wasser. In der sumerischen und später auch der babylonischen Mythologie wurden neben den himmlischen Geistern im Sterndienst auch solche verehrt, deren Aufenthalt und Wirksamkeit an bestimmte Gegenden gebunden war; und noch tiefer unten die verfinsterten Geister, die auf und in der Erde und in ihrer Atmosphäre wohnten, wie die Feuer-, Licht-, Feldgeister etc. Dämonen können als Boten einer Gottheit, aber auch unabhängig von diesen auftreten. Häufig waren Dämonen als Wächter der Unterwelt oder von Gräbern eingesetzt. Während der ptolemäischen Periode galten Dämonen dann zunehmend auch als Schutzgötter in privaten und lokalen Kulten.

Germanische Mythologie

 

Zu den Dämonen der germanischen Mythologie gehören u. a. die Wichtel, Elfen und Riesen. Bei dem Wichtel handelte es sich wahrscheinlich um ein gestaltloses, aber sich bewegendes Etwas (Dämon). Bei den Elfen und Riesen handelte es sich hingegen um näher bestimmte personifizierte Dämonen. Die Elfen konnten überall in der Natur und auch in der Häuslichkeit des Volkes anzutreffen sein. So ließen sich verschiedene Klassen von Elfen – wie Waldelfen, Erdelfen und Wasserelfen – finden. Den meisten Elfenklassen war gemein, dass sie klein oder von zärtlicher Figur seien. Die Elfen waren moralisch ambivalent: Manche ihrer Tätigkeiten waren friedlich und ähnelten denen der Menschen (z. B. Backen, Schmieden, Wäschetrocknen und Wasserschöpfen). Andere hingegen schadeten den Menschen (vertauschten Kinder, entführten Frauen, lähmten, blendeten, brachten Alpträume, verzauberten o. ä.). Durch Feuer, Sonnenlicht oder Stahl konnten sie verschreckt oder gebannt werden. Die Einteilung in gute Lichtelfen und böse Dunkelelfen lässt sich erst seit der Snorra-Edda belegen und geht wahrscheinlich auf die christliche Dämonenvorstellung von Teufeln und Engeln zurück. Die Riesen wurden häufig mit Naturgewalten in Verbindung gebracht und waren wohl deren Personifizierung. Sie traten wesentlich seltener in Beziehung zu den Menschen als die Elfen, konnten aber auch Glück und Unglück bringen. Den Asen (Göttern) feindlich gesinnt, ließen sich die Riesen (anders als die Elfen) als personifizierte Mächte des Chaos, die die göttliche Ordnung bedrohten, vorstellen. Häufig brachen die Götter ihre Eide gegenüber den Riesen oder ermordeten sie. Die Moral der Germanen unterschied nicht in moralische Kategorien von gut und böse, sondern vielmehr in nutzbringend und schadenbringend, sodass die Dämonen nicht zwangsläufig als böse oder gar als Teufel betrachtet wurden.

 

Dämonen in Mythologien des Mittleren Ostens

Indische Mythologie

In der indischen Mythologie haben die Dämonen (Asuras) einen festen Platz. Im Hinduismus sind sie die Gegenspieler der Götter (Devas). Nach alter indischer Vorstellung waren die Dämonen einstmals Götter. Als die Asuras geschaffen wurden, gab man ihnen als Gabe die Wahrheit und die Lüge mit, wobei sie später die Wahrheit ablegten und dämonisiert wurden. Es gibt verschiedene Dämonengruppen, die Daityas, die Danavas oder die Rakshasas, die oft als Tiere, z. B. Geier, Hunde oder Tiger, oder als besonders hässliche Menschen dargestellt werden.

Altiranisch-persische und zoroastrische Dämonologie

Die altiranische Dämonenvorstellung übernimmt die indischen Deva als Daevas. Die Perser lehnten ihre Verehrung ab und degradierten sie zu falschen Göttern und machten sie später zu den Gegnern des einzigen Gottes, nahezu teuflischen Geistern, in der zoroastrianischen Religion. Die iranische Dämonenvorstellung, welche insbesondere die persische Dämonenlehre einschließt, macht für jedes Unglück, Krankheit, Laster oder Übel einen bestimmten bösen Dämon verantwortlich.

 

Hierbei werden böse Dämonen als Daevas, (später, unter Einfluss des Islams: Diws) bzw. Druj (abgeleitet von Avestisch druj bzw. drug entsprechend Altpersisch drauga- ‚Lüge‘, ‚Trug‘; Pahlavi: druz bezeichnet. Sie betrügen den Menschen, indem sie das Böse als gut deklarieren. Ahriman lenkt dieses Dämonenheer und ist mit dem Teufel der biblisch-christlichen Dämonologie vergleichbar. Im Volksglauben werden die bösen Feen (Paris bzw. Pairikas) und besonders die Yatus gefürchtet, die sich durch Zauberei verwandeln können, um die Menschen zu täuschen und zu hintergehen.

 

Systematisiert wurde die Dämonenlehre in der persischen Mythologie, in welcher dem Ahura Mazda außer den sieben Amschaspands viele gute Genien und dem Ahriman außer den sieben Daevas noch zahllose böse Geister untergeordnet sind.

 

Der Zoroastrismus weist einen stark differenzierten Dämonenglauben auf, u. a. in Form der Dämonin Drug (Lüge), der Leichenhexe Nasu oder der Zornesgestalt Aesma Daeva Asmodeus. Von bedeutendem Einfluss auf die jüdische Dämonologie war deren Berührung mit den zoroastrisch-iranischen Dämonenlehren. Während noch Plato Dämonen als Mittlergestalten zwischen Göttern und Menschen begreift, verstärkt sich mit dem antiken Judentum und Christentum die rein negative Einschätzung der Dämonen.

Dämonen in den Mythologien des Fernöstlichen Raums

Chinesische Dämonologie

Die altchinesische Dämonologie des Daoismus kennt zwei Hauptgruppen von Dämonen die ihrem Wesen nach den beiden kosmischen Kräften Yin (das Weibliche, Böse, Dunkle und die Erde) und Yang (das Männliche, Gute, Helle und der Himmel) entsprechen. Mit „Shen“ (gute Dämonen) wurden ursprünglich als himmlisch kategorisierte Geister bezeichnet. Die Kuei (böse Dämonen) umfassten hauptsächlich die Seelen der Toten, die, wie beispielsweise Ertrunkene, kein offizielles Begräbnis erhalten hatten oder denen von ihnen Nahestehenden keine Ahnenopfer dargebracht wurden.

 

Japanische Vorstellungen und Shinto

Nach der japanischen Weltanschauung des Shintō sind alle Dinge lebendig und enthalten einen Geist, Kami oder Yōkai genannt. Die Unterscheidung zwischen Göttern und Dämonen verläuft fließend, womit die verschiedenen Bezeichnungen für die, den Menschen in Erscheinung tretenden Geistern, nicht eindeutig verwendet werden kann. Ein Kami kann sowohl die Funktion einer Gottheit übernehmen als auch die eines niederen Geistes. Als Dämonen interagieren sie mit der physischen Welt und auch das Herz, dass als Sitz der Person selbst gezählt werden kann, steht unter Einfluss diverser Dämonen, die seine Emotionen lenken. Im Sinne des Shinto solle der Mensch lernen sie zu beherrschen, aber ihnen, anders als in der buddhistischen Lehre, nicht gänzlich entsagen, gehören die Emotionen zur Körperlichkeit des Menschen. Andere Geister sind die Luft und können als Donner und Sturm über die Menschen herfallen. Andererseits kann man die Gunst eines dieser Wesen, durch Ehrerbietung erlangen. Da die Grenzen der verschiedenen Wesen fließend sind, und sich das Individuum vor allem durch seine Beziehung zu anderen Individuen auszeichnet, verlaufen auch die Grenzen zwischen unsichtbaren Wesen und den physischen Wesen fließend. Auch ein Mensch kann nach seinem Ableben zu einem Kami werden.

 

Turko-Mongolischer Schamanismus

Im schamanistischen Glauben der Turkvölker findet sich eine Vielzahl von Geistern und Dämonen. Häufig integrierten die Turkvölker dabei Elemente aus anderen Religionen (u. A. Nestorianismus, Judentum, Manichäismus, Buddhismus) in ein bestehendes Weltbild. Bereits in der Mitte des 8. Jahrhunderts schließen sich Türken vermehrt außenstehenden, d. h. nicht genuinen Religionen türkischen Ursprungs, entlang der Seidenstraße, an. Den ursprünglichen schamanistischen Glauben der Türken bezeichnet man als Tengrismus, der bis heute noch im Altai praktiziert wird. Gemäß der tengristischen Vorstellung nach, wird der Kosmos in drei Welten unterteilt (Oberwelt, Unterwelt und Diesseits), die von verschiedenen Geistern, Göttern und Dämonen durchdrungen sind.

 

Die wohlgesonnenen Götter weilen im Himmel und beschützen die Lebenden, während die Götter und Dämonen der Unterwelt nach dem Leben der Menschen trachten. Zu den dämonischen Kreaturen gehören die verdammten Seelen der Verstorbenen (Körmös), die vom Gott der Unterwelt (Erlik Khan) gesandt, versuchen das Leben der Menschen zu verkürzen, um sie im Moment des Sterbens in das Totenreich herabzuziehen. Eine vom Himmel gesandte Gestalt (Yayutschi) kann allerdings eine gute Seele vor dem Körmöz retten und in den Himmel tragen. Ein anderer Dämon der Unterwelt ist Yor. Er komm an die Oberfläche um sich vom Fleisch der Menschen zu nähren.

 

Neben den Dämonen der Unterwelt soll es auch zahllose Geister und Dämonen im Diesseits geben. Die İye gelten als Schutzgeister für Orte, Elemente, Tiere oder Nationen. Sie verfügen in der Regel über wenig ausgeprägte individuelle Eigenschaften und sind überall anzutreffen. Häufig werden sie nach dem ihnen zugeteilten Element benannt (z. B. der Geist des Feuers heißt “Feuer Iye”). Sie stehen in Verbindung zu dem jeweiligen Element und würden es auch angeblich beeinflussen können. Der Iye des Wassers (Su Iyesi) könne beispielsweise, wenn verärgert, einen Dammbruch verursachen oder Menschen und Tiere ertränken, aber auch, wenn zufrieden, Regen spenden.

 

Zu den anthropomorphen Dämonen im Diesseits wird in türkischen Erzählungen auch Çor genannt. Sie sind vergleichbar mit den islamischen Dschinn, unsichtbar für das menschliche Auge und können sowohl gut als auch böse sein. Sie fürchten sich vor Eisen und werden durch das Rezitieren des Gottesnamens vertrieben. Sie werden für verschiedene Krankheiten, psychische Störungen und Schlafparalysen verantwortlich gemacht. Entwendet man ihren Kalpak sterben sie. Da es ihr schlagendes Herz sei, was sie unsichtbar macht, wird ihr Leichnam sichtbar.

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