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- Meine Reise zum Ich

Krafttier Wolf

Krafttier: Wolf

Krafttier Wolf und seine Bedeutung

Bei den Kelten wurde der Wolf von den Druiden als Sinnbild für Familie und Gemeinschaft verehrt. Er brachte Schutz und Führung. In der sogenannten Wolfszeit, im Januar und Februar, reisten die Druiden in die Anderswelt um Rat und Schutz für die Gemeinschaft einzuholen.

Bringt Dir der Wolf seine Medizin, hast Du einen starken Schutzgeist an Deiner Seite. Er lehrt er Dich vorausschauendes Denken und einen Weg, wie Du Dich gerade genug Deinen Mitmenschen anpasst, dass ihr in Übereinkunft zusammen sein könnt und Du dennoch Deine Grenzen klar umreisst.

Tritt der Wolf in Dein Leben, ist es vorbei mit der Ruhe. Der Wolf bringt eine gewisse Rastlosigkeit mit sich, die Dir dabei hilft, Deine anvisierten Ziele auch wirklich in die Tat umzusetzen. Der Wolf kann Dich aus Deiner Lethargie reißen – wenn du ihn lässt.

Wer zur Zeit des Wolfs geboren wurde gilt als intuitiv und sensibel. Wolfsmenschen sind darüber hinaus meist kluge Köpfe. Es fällt ihnen leicht, sich gedanklich in verschiedene Richtungen zu orientieren, was mit einem großen diplomatischen Geschick einhergeht. Sie müssen nur aufpassen, dass sie sich nicht zu leicht von anderen beeinflussen lassen oder alles persönlich nehmen.

Dem Wolf werden starke magische Kräfte und eine enge Verbindung mit dem Mond nachgesagt. Hörst Du ihn heulen, den Wolf? Besonders bei Vollmond? Erschreckt Dich das oder spürst Du die Magie?

Die Magie des Wolfes

Auch bei den Germanen war der Wolf stark präsent. Der Göttervater Odin reitete auf Wölfen und auch die Riesinnen aus den germanischen Sagen nutzten den Wolf als Reittier. Das Heulen des Wolfes wurde als gutes Omen in der Schlacht gedeutet und bedeutete den Sieg. Odin hielt sich zwei Wölfe, Freki und Geri, die wie unsere heutigen Haustiere bei ihm lebten und ihm treu zur Seite standen. Für seinen Sohn Tyr zog er einen Wolf auf, der unter dem Namen Fenris für den Untergang der Götterwelt verantwortlich war. Die Verbindung des Göttervaters zu Wölfen war so groß, dass er auch oft mit einem Wolfskopf dargestellt wird. Eine weitere Sage über einen mächtigen Wolf gibt es bei den Eskimos. In ihr heißt es, dass Amarok, ein riesiger Wolf, alleine nachts auf Jagd geht und jeden, der es wagt, in der Nacht alleine unterwegs zu sein, von ihm gefressen wird.

Geschichten über den Wolf

Der Stamm der Schoschonen im amerikanischen Yukon weiß eine schöne Sage über Wolf, Bär und einen Kojoten. So heißt es, der Mensch soll sich, was Gemeinschaft betrifft an den Wolf halten und beim Essverhalten an den Bär. Eines Tages hatten Wolf und Kojote einen Streit, was denn mit den verstorbenen Menschen passieren sollte. Am Ende einigten sich die beiden darauf die Toten nicht mehr ins Leben zurückzurufen, damit auf der Erde nicht zu viele Menschen leben. Im Medizinrad und indianischen Horoskop ist der Wolf zusammen mit dem Puma der »Zeit der großen Winde« zugeordnet (vom 19.02 bis 20.3.). Wenn Du mit Runen arbeitest, ist der Wolf der Rune Tiwaz zugeordnet.

Krafttier Wolf – Gemeinschaft und Führung

Was löst der Wolf in Dir aus? Spürst Du, was der Wolf Dir zu sagen und zu geben hat? Schließe Deine Augen und streife zusammen mit ihm durch den Wald, spüre die Liebe zu seinen Kindern und seinem Rudel und schaue in den Mond, der seine Kraft zu Dir sendet. Leise streifst Du mit ihm am Waldrand entlang, mit offenem Herzen und geschützt von der unsichtbaren Kraft der geistigen Welt. Geh mit ihm auf Reisen, laufe über unendliche Wiesen hinein die Kühle der Nacht. Kraftvoll und zielstrebig Deiner Vision entgegen. Immer im Wissen, dass Du nicht alleine bist auf Deinem Weg, der nur für Dich bestimmt ist.

Was bedeutet es, wenn Du den Wolf als Krafttier an Deiner Seite hast?

Kommt der Wolf bei einer bestimmten Frage, als Unterstützung für den Tag oder für ein konkretes Projekt zu Dir, kann es mehrere Bedeutungen haben. Für berufliche Unternehmungen rät er Dir, die Führung zu übernehmen für den Erfolg. Drücke Dich klar und deutlich aus und folge Deiner Intuition. Er hilft Dir dabei, Dich Deinen Schatten zu stellen. Ziehe Dich für eine Weile zurück und erkenne Dich selbst und lerne Dich kennen. Der Wolf ist nicht zimperlich, er bereitet Dich vor und prüft Dich, für eine erhabene Aufgabe, die Deine ganze Kraft und Führungsqualität benötigt. Er treibt Dich an, Deine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und sie ausdauernd zu verfolgen. Bleibe mutig, alles hat seinen Sinn und geschieht nicht ohne Grund.

  • Sei großzügig, schränke Dich nicht ein, strebe in die Freiheit und folge Deinen Instinkten. Sei ausdauernd und setze Deine Kräfte weise ein.
  • Mit dem Wolf an deiner Seite wird sich Deine innere Stärke erhöhen und Du wirst die Führung übernehmen, nicht nur für Dein Leben, sondern auch in Deiner Gemeinschaft. Treue, Weisheit und Durchsetzungsvermögen wachsen, wenn der Wolf Dich als Krafttier begleitet.
  • Du behältst den Überblick und kannst Dein neu gewonnenes Wissen klar und verständlich weitergeben. Du lernst Kompromisse einzugehen und kennst trotzdem Deine Grenzen.

 

Kraft des Wolfs

Du profitierst besonders von der Kraft des Wolfs, wenn Du Dich schon lange mit einer Aufgabe herumschlägst, aber mit einer langfristigen Planung nicht vorankommst und spontanes Handeln gefragt ist.

 

Wenn Du viele Dinge auf einmal bewältigen musst. Der Wolf hilft Dir, in Stresssituationen den Überblick zu behalten.

 

Wenn Du Erlerntes verständlich und klar weitergeben möchtest oder selbst mit einer neuen Ausbildung beginnen willst.

 

Wenn Du Einfühlungsvermögen und Verständnis in Familienangelegenheiten oder zur Unterstützung von Freunden brauchst.

Mythen und Legenden

Kaum ein anderes Tier wurde in die Mythenwelt der Urvölker der Nordhalbkugel so tief integriert, kaum ein anderes hat in ihrer Kulturgeschichte so eine große Rolle gespielt wie der Wolf (Canis lupus). Wo immer er mit dem Menschen in Kontakt kam, hat er Märchen und Legenden beeinflusst, in denen ihm stets eine mystische Rolle zukam. 

 

Der Wolf hat den Menschen so sehr fasziniert, dass man ihn eng an dessen Geschichte gebunden wiederfindet, namentlich in Legenden. Viele davon sind sich von einer Zivilisation zur anderen sehr ähnlich.

Die Indianer Nordamerikas sahen in dem Wolf einen Bruder und fühlten sich gar Wolfsclans zugehörig. Und auch die Daker, ein Urvolk des heutigen Europas, welches in der Gegend des heutigen Rumäniens lebte, verehrten den Wolf und trugen sein Symbol auf ihrer Kriegsflagge.

 

Bei anderen Völkern zum Beispiel ist der Wolf Ursprung von Städten wie Milet in Kleinasien oder Rom in Italien. In beiden Fällen hat eine Wölfin ausgesetzte Kinder aufgenommen, die den Ursprung der Stadtgründung wurden.

 

In anderen Fällen, wie in Griechenland (Delphi, früher Lyconia) und in Ägypten (Lycopolis), ist eine Stadt dem Wolfsgott geweiht worden. Der Wolf kann auch als direkter Vorfahr der Clans betrachtet werden, wie dies für die Dynastie der Khan (Gengis Khan) und der T’ou-Kiue, der ersten Türken, der Fall gewesen ist. In der germanischen Mythologie begleiteten stets zwei Wölfe, Geri und Freki, den Toten- und Kriegsgott Wotan. Jedoch Transformation verhieß ihm die Mythologie, dass er beim Weltuntergang vom Fenriswolf verschlungen würde.

 

Andere Zivilisationen gaben ein negativeres Bild des Wolfes, wie in Indien, wo der Wolf die Nacht, oder in Skandinavien, wo er das Ende der Welt darstellte.

 

Paradoxerweise besaß der Wolf in diesen zwei Erdteilen auch ein positives Bild: Er wurde oft mit Mut und Ehre in Verbindung gebracht.

 

Indien

Im ersten der 4 heiligen Bücher, fleht Rigveda, der Fromme, die Nacht an, von weit her den Wolf zu jagen (chasser au loin le loup). Er bittet die Sonne, den Gott Pushan, den gefährlichen, verräterischen und diebischen Wolf vom Weg des gottesfürchtigen Menschen abzuhalten. In einer anderen Hymne, wird die in der Schnauze des Wolfes gefangengehaltene Wachtel, von den Açvins befreit. Dieses Gleichnis symbolisiert die Befreiung der Morgendämmerung, Gefangene der Nacht. In diesen Fällen symbolisiert der Wolf die Nacht, die schreckliche Finsternis, das Schlechte, dem Guten, der Helligkeit des Lichts gegenübergestellt. In der hinduistischen Zivilisation hingegen, kann der Wolf auch ein Held sein, wie in der Mahabharata, der grossen hinduistischen Heldendichtung. Vridokara, literarisch “Wolfsbauch”, stellt die Ehre, die Tapferkeit und der heldenhafte Sieg dar. In Indien wurde der Wolf als heiliges Tier betrachtet und man tötete ihn nur aus Notwendigkeit.

Skandinavien

Odin, der himmlische Vater der skandinavischen Mythologie, war eine seltsame und würdevolle Figur, immer distanziert. Sogar als er mit den Helden an den Festmalen der Götter in seinem Goldpalast, dem Gladsheim oder noch im Valhalla (Saal der Toten) teilnahm, ass er nichts. Er gab die Nahrung, die vor ihm lag, seinen Wölfen Gere und Freke, die so im Valhalla ihr Mahl mit den Helden teilten. Die Valkyries, die die Toten aussuchten, waren beauftragt, auf die Schlachtfelder zu gehen und auf Befehl Odins auszuwählen, wer Sieger werden und wer erliegen sollte und dann die Leichen der Tapferen Odin im Valhalla zu bringen. Zwei Raben, die auf Odins Schultern sassen, flogen jeden Tag durch die Welt und berichteten ihm alles, was die Menschen taten. Der eine nannte sich Gedanke (Hugin) und der andere Gedächtnis (Munin). Währenddem die Götter schlemmten, dachte Odin darüber nach, was er von Gedanken und Gedächtnis erfahren hatte. Odin hatte die Verantwortung darüber, das Ende der Welt, der Tag, an dem die Erde und der Himmel zerstört werden sollten (Ragnarok), so weit als möglich hinauszuzögern. Odin war der universale Vater, Höchster unter den Göttern und den Menschen. Er versuchte permanent, sich mehr Weisheit anzueignen, um sie den Menschen weiterzugeben. Odin, der weise Gott, war manchmal mit einem Wolfskopf dargestellt.

 

Im alten Edda (altes Manuskript, das Gedichten ähnlich sieht) konnte der Wolf aber auch das Ende der Welt oder die Niederlage der Götter darstellen. Die Sonne wird schwarz und dass die Erde im Meer versinken wird, Wenn die Sterne vom Himmel fallen werden Und dass das Feuer bis ins Firmament hochsteigt. Lokis Sohn (verantwortlich für den Tod des meistgeliebten Gottes Balder), Fenrir, der zerstörerische Wolf, dessen offene Kiefer Himmel und Erde berührten, bedrohte die Welt der Götter. Um den äussersten Moment hinauszuzögern, heckten die Götter eine Falle aus, indem sie ihn herausforderten, einen Ring zu zerbrechen, den keiner der Götter zu brechen vermocht hatte. Fenrir konnte nicht abschlagen, aber die Gefahr vorausahnend, sprach eine Bedingung aus: Einer der Götter musste, im Namen aller, seine rechte Hand in des Wolfes Schnauze legen. Der Kriegsgott Tyr akzeptierte und verlor sein Pfand, währenddessen die Zwergenschmiede Fenir in Ketten legten. Bei seiner Befreiung wird die Welt der Götter ihr Ende sehen.

 

Das alte Edda datiert ungefähr aus dem Jahre 1300; die Texte aber, aus denen es sich zusammensetzt, hätten einen noch viel älteren Ursprung. Dieses Manuskript ist 300 Jahre nach der Ankunft der Christen auf Island redigiert worden. Es ist möglich, dass, trotz des hohen Alters der Texte, verschiedene vom Christentum beeinflusst worden sind, da einige Passagen erstaunlicherweise den in der Bibel entwickelten Ideen gleichen, wie etwa das ewige Leben nach dem Tod Odins und die Gegenwart eines allmächtigen Gottes, dessen Namen ich nie auszusprechen wagen würde.

 

 

Stärker als alles

 

Aber nie würde ich es wagen, seinen Namen auszusprechen.

 

Und es sind wenige, die darüber hinaus sehen können

 

Im Moment, wenn Odin untergehen wird.

 

Edda aber sah einen neuen Himmel und eine neue Erde voraus.

 

Noch einmal mit einer wunderbaren Schönheit;

 

werden die Häuser Dächer aus Gold haben;

 

Ohne dass die Felder ausgesäht sind werden ihre Früchte reifen

 

 

Auf ewig in einer perfekten Glückseligkeit.

 

Griechenland

Zeus und seine Brüder teilten das Universum unter sich auf. Die Aufteilung wurde ausgelost. Zeus wurde der höchste Gott, der Herr des Himmels, der Gott des Regens, derjenige, der die Wolken und den Blitz dirigierte. Der Gott der Götter hatte indessen eine Schwäche für Frauen und war seiner Frau Hera untreu. So hatte Zeus zwei Kinder von einer Sterblichen, Leto, die, sobald sie schwanger war, Heras Blitze auf sich zog. Zeus musste Leto in eine Wölfin verwandeln, damit sie dem Zorn seiner Frau entkommen und auf der Insel Delos, unwirtlich, aber vor Drohungen geschützt, Zuflucht suchen konnte. Leto gebar Apollo, Gott der Künste und Artemis, Göttin der Jagd.

 

Viel später, Apollo hatte die Zyklope getötet, wurde er von seinem Vater ins Exil geschickt und gezwungen, die Truppen des Königs Admete zu schützen und sie gegen die Wölfe zu verteidigen. Er brachte den Hirten die Kunst des Vergiftens der Wölfe mit Hilfe der Rinde eines Baumes bei, den er auf wunderbare Weise wachsen liess. Die Opfer, die ihm dargebracht wurden, sollten die Wölfe zum Flüchten bringen.

 

Mit Acacallis, Tochter des Königs Minos, hatte Apollo einen Sohn. Seine Mutter aber verliess ihn und er wurde von einer Wölfin ernährt, bis er von Hirten aufgenommen wurde. Dank der ernährenden Wölfin konnte Miletos, Sohn Apollos, die Stadt Milet in Kleinasien gründen.

 

In Delphes erzählt Pausanias, dass ein Dieb, der die heilige Stätte von Apollo ausgeplündert hatte, von einem Wolf getötet wurde. Die Bewohner, aufgeweckt durch das unaufhörliche Wolfsgeheul, fanden den Tresor, den er bewachte wieder, brachten ihn in die heilige Stätte zurück und errichteten einen Wolf aus Bronze neben dem grossen Altar. Apollo benützte den Wolf, um seine Handlungen zu unterzeichnen.

 

 

Delphes (früher Lyconia) war übrigens durch Überlebende eines sintflutartigen Regens, die von Wolfsgeheul geführt wurden, gegründet worden.

 

Rom

Amulius entthronte seinen Bruder Numitor, Diktator von Albe la Longue. Amulius war sicher, den Thron behalten zu können, da Rea (Rhéa) Sylvia, die Tochter von Numitor, Vestalin war, das heisst, der Keuschheit verschrieben. Sie konnte keine Kinder haben, die eines Tages den Anspruch auf Aumulius’ Platz geltend machen könnten. Der Kriegsgott Mars hingegen liebte Rea (Rhéa) und aus ihrer Verbindung wurden Zwillinge geboren: Remus und Romulus. Auf Befehl des Tyrannen wurden die Zwillinge in eine Kiste gelegt und in den Tiber geworfen. Sie wurden von einer Wölfin gerettet, die sie wie ihre eigenen Jungen säugte. Ein Hirte namens Faustulus, durch einen Grünspecht geführt, ausgeschickt durch den Gott Mars, entdeckte die Zwillinge in der Höhle. Er nahm sie auf und vertraute sie Acca Larentia, einer Prostituierten, an. Im Lateinischen bedeutet das Wort Wolf “Lupa” Wölfin und Prostituierte zugleich! Gross geworden, ersetzten Remus und Romulus ihren Grossvater Numutor auf dem Thron. Sie beschlossen, am Ort, wo die Wölfin sie ernährt hatte, eine Stadt zu gründen, aber in der Folge eines Streites zwischen den beiden, tötete Romulus seinen Bruder. Die Wölfin wurde zum Wahrzeichen Roms und schmückte seine Münzen und Bauwerke.

 

Die Legende von Remus und Romulus sollte das Symbol der Einigung zwischen den Sabins (kriegerisches Volk, das unter dem Zeichen des Wolfs kämpfte und das die Römer nicht besiegen konnten) und den Römern darstellen. Die Wölfin wurde zum Symbol des “pax romana”. Jedes Jahr wurden in Rom, 14 Tage nach den Kalenden des Mars (15. Februar), die lupercales gefeiert. Ein Ziegenbock, eine Ziege oder ein Hund wurde zu Ehren von Lupercus und gleichermaßen der ernährenden Wölfin geopfert und sollte der Stadt Wohlstand und in erster Priorität den Herden und in zweiter den Frauen Fruchtbarkeit bringen. Der Wolf und der Ziegenbock sind beides Symbole der Fruchtbarkeit, lupercus, vom Lateinischen lupus und Ircus Ziegenbock-Wolf bedeutend. Bei den Sabins, hatte der Kult des Wolfes schon lange vor der Einigung mit den Römern einen wichtigen Patz in der Gesellschaft inne.

 

 

Mongolei

Gengis Khan (1162-1227) hatte als Vorfahr den mythischen Bortä-Tchino (oder Bört-a- Tchino), der blaue Wolf, der den Himmel darstellte. Er war der Bräutigam der falben Hirschkuh, die die Erde verkörperte und wäre so der Vater der Khan Dynastie.

Türkei

Die Legende erzählt uns, dass das Hiong-nu Volk massakriert, und nur ein einziges Kind aus Versehen verschont wurde. Das Kind wurde von einer Wölfin aufgenommen, die es mit ihrer Milch ernährte und es in ihrer Höhle schützte. Die Wölfin wurde dessen Frau und ihre Nachkommenschaft gebar das Volk T’ou-Kiue (ou Tu-Kiu), die ersten Türken. Der Herrscher brachte jedes Jahr ein Opfer in der Grotte dar, wo die Wölfin die Vorfahren des Stammes

Ägypten

Oupouaout war “derjenige, der den Weg öffnet”, der Wolfsgott, der Gott der Toten. Er lenkte die Barke der Sonne auf ihrer gefahrvollen nächtlichen Navigation. Als er von den Toten angerufen wurde, führte er die Seelen auf einem mit Tücken gespickten Weg, um den Aufenthaltsort der Glückseligen zu erreichen, den Ort, wo Osiris Pforte und Gebieter war. Zudem ist ihm eine Stadt gewidmet worden: Lycopolis, wie sie die Griechen genannt haben. Nach Diodore, griechischer Historiker aus Sizilien zu Augustus’ Zeiten, der ihre Gründung erzählt, habe eine Armee von Wölfen die äthiopischen Eindringlinge in der Region von Eléphantine angehalten. Lycopolis hält die Erinnerung des Sieges der Wölfe über die Gegner wach.

 

 

Das Image des Wolfes änderte sich jedoch, als der Mensch sesshaft wurde und begann, lebende Tiere quasi als “lebende Vorratskammer” zu halten. Plötzlich trat der Wolf in direkte Konkurrenz zu dem Menschen, was dazu führte, dass sein Bild gerade ins Transformation Gegenteil verklärt wurde. Waren dem Wolf ursprünglich positive Eigenschaften zugeschrieben, wurde er zum Inbegriff des Bösen.

 

 

In Fabeln und Märchen tauchte er von nun an als der dumme, gefräßige und bösartige Isegrim auf. Die Märchen von Rotkäppchen und den sieben Geißlein wird wohl jeder aus seiner Kindheit kennen, in denen er die sieben Geißlein oder des Rotkäppchens Großmutter fraß.

 

Selbst die Kirche verteufelte den Wolf. Und die Dämonisierung dieses Raubtiers passte gut in das damalige Weltbild, in dem sehr bald zu Hexenglauben und Inquisition das Bild des Werwolfes hinzukam. Der Mensch im Wolfspelz war geboren, der für bestialische Morde verantwortlich gemacht wurde und für die tiefsten Abgründe des menschlichen Seins stand. Sex und Vergewaltigung, Mord und Totschlag, Blutrausch und Unglaube waren die Insignien des Werwolfes und viele Legenden rankten sich um Menschen mit vermeintlicher Lykanthropie.

 

Im Zeitalter der Aufklärung verschwand die mystische Dämonisierung des Wolfes weitgehend wieder. Jedoch hält sich der Begriff des Werwolfs, angeheizt durch Horrorfilme im Fernsehen und Romane, in unserer Gesellschaft. Insbesondere in isolierten und ländlichen Gebieten Süd- und Osteuropas wird immer noch an Werwölfe geglaubt.

 

Auch in jüngerer Vergangenheit wurde sich der Symbolik des Wolfes für Kraft und Macht bedient. So nannte Adolf Hitler sein Hauptquartier in Ostpreußen “Wolfsschanze”. In der Türkei nennt sich eine rechtsextreme Partei “Graue Wölfe”, und wer heute das Internet nach Wölfen durchsucht, findet immer wieder Seiten mit schamanischem Inhalt, die sich an die Mystik des Wolfes anlehnen.

 

Werwölfe

Gleiten Sie ab in die Katakomben der mythologischen und geheimnisumwobenen Gestade der Werwölfe, und wagen Sie einen Blick hinter das Bild, das durch die Filmwirtschaft gezeichnet wird.

 

In vielen abendländischen Kulturkreisen der Antike und des Mittelalters bis hin zur Neuzeit findet man den Begriff des Werwolfs. Der Begriff Werwolf erscheint im Mittelalter zum ersten Mal in einem Gesetzbuch. Gemeint wird jedoch ein Geächteter, jemanden der sich nicht dem gesellschaftlichen Gefüge anpassen will. Erst gegen Ende des Mittelalters, im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert, erwachten zusammen mit dem Glauben an Hexen und anderen Diener des Teufels die Gruselgeschichten rund um Werwölfe. Ebenso wie die Verdächtigen der Hexerei endeten jene, die für Werwölfe gehalten wurden, in den Flammen des Scheiterhaufens.  Anders, als wir erwarten würden, hatten die wenigen mittelalterlichen Geschichten über Werwölfe einen romantischen Zusammenhang. Ein Mann, meistens ein Baron, Ritter oder König, war verflucht und dadurch in der bestialischen Form gefangen. Natürlich handelte es sich bei dem Protagonisten auch immer um den Ehemann oder Geliebten einer Frau. Auch in kirchlichen Texten dient der Begriff rein als verleumderischer Ausdruck. In der Literatur wird der Werwolf aber auch häufig als `Mannwolf’ bezeichnet und als Mensch in Tiergestalt beschrieben. Ebenso mannigfaltig wie die Epochen und Kulturkreise sind Bedeutung aber auch jeweilige Ursprungsquellen dieser Mythen- und Sagengestalten. So wird diese Sagengestalt im skandinavischen Raum mit `Varulv’, im französischen mit `loup-garou’ und in Irland mit `fáelad’ bezeichnet. 

Werwölfe der Antike

In der Antike war der Glaube an Wolfsmenschen weit verbreitet. Die Helenen nannten ihn Lykanthropos  oder lycaon (`Waldmensch’). Herodot berichtete im 5. Jh. v. Chr., die `Neuren’, die ein Gebiet nördlich der Skythen bewohnten, hätten die Macht, sich für einige Tage im Jahr in Wölfe zu verwandeln. Es ist diskutiert worden, dass das vielleicht mit der für südländische Augen ungewohnten Kleidung der Fremden aus Pelzwerk zusammenhängen könnte.

 

 

Auch in dem antiken Griechenland war der Werwolfglaube sehr lebendig. Lycaon, König der Arkadier, wurde aufgrund seiner unmenschlichen Grausamkeit von Zeus in einen Wolf verwandelt, der fortan ruhelos durch die Wälder umherstrich. Die Sage der Verwünschung Lycaons hängt stark mit Menschenopfern zusammen, die auf dem Gipfel des Lycaion, dem Wolfsberg, dem Gott Lycaios Zeus bis ca. 400 v. Chr. dargeboten wurden. Es hieß, jeder, der von dem Opferfleisch aß, wäre dazu verdammt 10 Jahre als Wolf umher zu irren, bevor er seine menschliche Gestalt zurückerhielt.

Nordische Werwölfe

In der altnordischen Überlieferung ist der Werwolfbegriff an den der Berserker und des zur Friedlosigkeit Geächteten angelehnt. Solche wurden als Kveldulfr (`Nachtwolf’) bezeichnet. Der Vater des Skalden Egil soll ein solcher gewesen sein. Auch König Siggeirs Mutter soll sich, der Sage nach, in einen Bären verwandelt haben können.

Werwölfe des Mittelalters

BESTIARIUM WOLF – MITTELALTERLICHER ABERGLAUBE. In der mittelalterlichen Welt drehte sich viel um Übernatürliches. Viele sehen diese „dunkle Ära“ als Brutstätte für allerlei mystische Sagen. Zur damaligen Zeit war das Leben noch ungewisser als heute. Seuchen, Missernten und blutige Kriege zerrütten abwechselnd und oft genug auch gleichzeitig das Land.

 

 

Umso mehr mag es verwundern, dass zu jener Zeit Werwölfe keinen Bezug zu Horror hatten wie heute, wenn sie denn überhaupt irgendwo Erwähnung fanden. Im Mittelalter kursierten die wildesten Werwolf-Geschichten. Dies ging einher mit der Darstellung des zum `Nahrungskonkurrenten’ gewordenen Wolfes als Sinnbild des Bösen, sogar als Satan selbst, der seinen Vasallen die Fähigkeit gab, sich in Wölfe zu verwandeln und in dieser Gestalt das Vieh zu töten und Menschen anzufallen. Dieser Prozess der Verteufelung hatte seinen Höhepunkt zur Zeit der Inquisition und hielt lange Zeit danach noch an.

 

Um die Boshaftigkeit noch zu unterstreichen, sprach man dem Werwolf sämtliche triebhaften Sünden und schlechte Charaktereigenschaften der Menschen wie Sodomie, Habgier, Mordlust, Raub, usw. zu. Dabei wurde anscheinend der Begriff des Werwolfs auf alle in Tiergestalt gehüllten Menschen ausgeweitet. Wie bei dem gleichzeitig herrschenden Hexenwahn reichten geringste Beschuldigungen aus, um einen “Werwolf” auf den Scheiterhaufen zu bringen.

 

Die Werwolfprozesse waren eine Farce, deren Urteile de facto schon feststanden, bevor man den Beschuldigten unter Zuhilfenahme sämtlicher Methoden der peinlichen Befragung ihre Geständnisse abgepresst hatte. Die darunter geschilderten Details sowohl sexueller Vergehen als auch grausamster Tötungsdelikte der angeklagten Werwölfe führten zu einer unwahrscheinlichen Aufwertung der ohnehin schon kursierenden Sagen und Legenden. Die bei mittelalterlichen Werwolfprozessen aufgeführten Fälle bewirkten eine Bekräftigung des seit der Antike bekannten Werwolfglaubens.

Moderne pseudowissenschaftliche Werwölfe

Selten wird der Werwolf als Zwitterwesen aus Mensch und Wolf betrachtet, dessen Definition ich in meinen Romanen Die Wa’Drán-Chroniken I – Metamorphosis und Die Wa’Drán-Chroniken II – Ultor zugrunde lege. Diese Definition schließt eine fundamentale Eigenschaft der klassischen Werwolf-Definition aus − die des reversiblen Shapeshiftings.

 

 

Im Rahmen des sich wandelnden Leumunds des Wolfes und der steigenden Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung findet man hier erstmalig Werwölfe mit positiven Eigenschaften, die sich in erster Linie durch ihre Naturverbundenheit auszeichnen. Dieses Merkmal soll durch Verschmelzung von Tier und Mensch unterstrichen werden. Allerdings überwiegt auch hier die Vorstellung des Werwolfes als reißerische Bestie, die mordend durch ihr Revier irrt.

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